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GOOD HIT

Zukunftsfit dank Golf-Entertainment


Publiziert von:

Golf Revue

05.11.2020


Keine Zeit!? Zu Traditionell!? Der Golfsport muss sich in unserer schnelllebigen Zeit einiger Kritik stellen. Der Ausweg kommt mit voller Power aus den USA: Topgolf will den Sport mit Golf-Entertainment zukunftsfit machen.


Der Golfsport ist unglaublich abwechslungsreich und hat viele Facetten zu bieten, verlangt aber Präzision, Selbstkontrolle und viel Geduld. Zudem sind die Hürden des Einstiegs und der Faktor Zeit oftmals Grund genug, den Schläger erst gar nicht in die Hand zu nehmen. Auch Tradition und Kleidervorschriften sind für jüngere Generationen nicht gerade ansprechend. Topgolf füllt diese Lücke und bringt Menschen mit dem Golfsport in Berührung, die sonst wohl keine Lust hätten, den Schläger zu schwingen. Denn Topgolf macht den Golfsport mit seinen Hightech-Anlagen noch um eine Facette reicher und will, vertreten durch Lizenznehmer Greenreb, Golf nun auch im D-A-CH-Raum und in Italien als Teil des Unterhaltungskonzepts etablieren. Als virtuelles und digitales Erlebnis für Familien und Freunde, für Jung und Alt, für Golfer, aber vor allem für Nicht-Golfer. Ganz ohne Verpflichtungen.


Dafür wird auf einer Fläche von 40.000 m² mehr als nur eine Driving Range der Zukunft errichtet. Eine Topgolf-Location ist bis zu drei Stockwerke hoch und bietet Platz für über 100 Abschlagsboxen. Das Außenfeld ist über 200 Meter lang und mit verschieden großen Zielen (25 bis 30 Meter Durchmesser), die wie Dartscheiben aussehen und im Boden versenkt sind, in unterschiedlich Entfernungen versehen (von 20 Meter aufwärts). Zudem bietet das Gebäude sämtliche Annehmlichkeiten: ein wahres Golfund Freizeit-Eldorado mit Loungegefühl in den klimatisierten Abschlagsboxen plus angeschlossenem Restaurant, Eventbereich und zwei Bars mit raumfüllender Leinwand für Live-TV-Events. Ein DJ sorgt für die passenden Vibes. Insgesamt besticht die Anlage mit einem Mix aus Unterhaltungsprogramm und Hightech. Um exakte Ergebnisse zu erhalten, sind in den Bällen Chips integriert, die von Sensoren in den Zielscheiben registriert werden. Als weiteres Feature werden der Ballflug und sämtliche Daten und Statistiken von der (aus dem TV bekannten) Toptracer-Technologie dem Spieler angezeigt. Der große Vorteil: Man kann perfekt trainieren und wie bei einem Simulator die Topplätze der Welt bespielen, der Ballflug endet nicht bereits in der Leinwand vor einem.


Das primäre Ziel: Gäste unterhalten. Es gibt keinen Druck, bereits einen guten Golfschwung zu haben oder viele Punkte erzielen zu müssen. Erfolgserlebnisse stellen sich, wenn man gleich vom zweiten oder dritten Stock abschlägt, zudem sehr schnell ein. Es geht in erster Linie darum, dass alle Spaß haben. Vor allem Nicht-Golfer. Laut David Speiser, CEO von Lizenznehmer Greenreb, haben über die Hälfte der Gäste einer Topgolf-Anlage keine Vorerfahrungen. Bei derzeit weltweit mehr als 22 Millionen Gäste pro Jahr eine beachtliche Anzahl. Und viele kommen wieder: Im Jahr 2019 wurden auf Topgolf-Anlagen bereits über eine Milliarde Golfbälle Richtung Ziel geschlagen. Als Ersatz für eine 18-LochRunde versteht man sich aber nicht, man sieht sich ganz klar als Zubringer für den Golfsport. Das schafft auch für Equipment-Hersteller große Anreize: Callaway war bereits vorher prozentuell beteiligt und steht nun vor einer Fusion mit Topgolf.


Weltweit gibt es 63 derartige Topgolf-Venues in vier Ländern (drei in UK, je einer in Mexiko und Australien, der Rest in den USA), und noch heuer kommt einer in Dubai hinzu. In den USA ist der Erfolgslauf auch noch lange nicht zu Ende. Und neben Mitteleuropa ist vor allem Asien ein Expansionsmarkt. Weit verbreiteter, weil einfacher umzusetzen, ist die sogenannte „TopTracer Range“, die nach Aufrüstung einer herkömmlichen Driving Range den Golfern Daten auf Tour-Niveau liefert und ebenfalls mit VirtualGolf-Spaß aufwarten kann. Die erste in Österreich wurde soeben im Golfclub Klockerhof bei Graz eröffnet. Die Kosten für einen Topgolf-Standort liegen weit höher (im guten zweistelligen Millionenbereich). Wo der erste Standort im deutschsprachigen Raum sein wird, steht bereits fest (und wird bald von uns auf unserer Facebook-Seite kommuniziert). 100 weitere sind in Begutachtung. Der beste Standort in Österreich wird noch gesucht. Im Raum Wien gab es bereits erste Gespräche mit Landbesitzern und Behörden. Die Resonanz war sehr positiv. Die Anbindung an öffentlichen Verkehr und Autobahn ist dabei mitentscheidend. Der genaue Preis für den Konsumenten ist noch zu definieren, wird aber vergleichbar mit einem Restaurant-Besuch plus Kinoeintritt sein. „Wenn man einen Samstagabend verbringen will, soll es preislich indifferent sein, ob man Essen und ins Kino geht oder zu Topgolf kommt“, so Speiser. Als Gegenleistung bekommt man dafür ein ganzheitliches Erlebnis für verschiedenste Anlässe – von der Trainingsstunde bis zum Junggesellenabschied –, das deutlich über den Golfsport hinausgeht.


Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe zum Nachlesen im E-Paper Format:

GOLF REVUE Ausgabe 4/2020


Bildquelle: Topgolf International / Michael Baxter

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